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Microsoft und seine Kompatibilitätsprobleme mit sich selbst sind eingentlich ein alter Hut und man ist gewohnt, dass irgendwann irgendeine alte Software nicht mehr auf dem neuen Windows Betriebssystem funktioniert. Ein Schelm der böses dabei denkt, wenn der brandneue Windows Server 2012 nach aktueller Software verlangt. Der nicht billige Microsoft Exchange Server sollte schon nicht älter als 2 Jahre sein …

Ist die Installation und Konfiguration von Exchange schon unter den älteren Serverversionen nicht unbedingt jedermanns Sache und durchaus anspruchsvoll, wird’s unter Windows Server 2012 nervig. Das Versprechen die Servereinrichtung zu vereinfachen hat Microsoft wohl mit heißer Nadel gestrickt, wie ich bei einer aktuellen Netzwerkinstallation „not amused“ feststellen musste. Die Kombination aus Windows Server 2012 und Microsoft Exchange 10 (Enterprise Edition) ist kein wirklich perfektes Paar.

Eigentlich dachte ich, da ich schon eine Menge Exchange Installation, unterschiedlicher Größenordnungen, erfolgreich aufgesetzt habe, „kein großes Ding“ und fuhr gut gelaunt zum Kunden. Während die Installation des Windows Server 2012 als Domänencontroller auf einem Lenovo Thinkserver TS430 mit 32 GB RAM, einem Hardware RAID 1 für Betriebssystem, einem 2 TB Hardware Raid 5 als Datenspeicher klaglos durchlief und sowohl Benutzer als auch Arbeitsstationen innerhalb kalkulierter Zeit in der Domain eingerichtet bzw. lauffähig waren, die Exchange Installation ging in die berühmte Hose.

Microsoft gibt als Systemanforderung für Exchange 2010 folgendes an:

Unterstützte Betriebssysteme:

  • Windows 7 Professional 64-bit
  • Windows Server 2008
  • Windows Server 2008 Enterprise
  • Windows Server 2008 R2 Enterprise
  • Windows Server 2008 R2 Standard
  • Windows Vista 64-bit Editions Service Pack 1

Der Windows Server 2012 ist im Handbuch natürlich nicht gelistet, da dieser beim Druck schlicht noch nicht existierte. Da der Kunde erst 2012 auf Exchange 2010 aktuallisiert hatte, sollte die nicht unerhebliche Investition in Exchange 2013 abschreibungstechnisch hinausgezögert werden. Dem Kundenwunsch entsprechend, hatte ich empfohlen die 2010er Version weiter zu nutzen. Sollte dies jetzt an einer Inkompatibilität scheitern? Ein Anruf beim Support Consultant Exchange in der Bad Homburger Microsoft Niederlassung brachte die Erlösung und auch gleich die entscheidenden Tipps zum AHA-Erlebnis.

Nur ab Microsoft Exchange 10 SP3 gelingt die Installation auf Windows Server 2012

Damit es dann auch wirklich gelingt sind folgende Schritte zwingend einzuhalten sowie zusätzliche Software, Rollen und Features des Servers nach zu installieren.

Zusätzliche Software:

  • Net Fremawork 3.5
  • Office Filter Packs
  • Office Filter Pack SP1

Benötigte Server Rollen und Features

  • AS-HTTP-Activation
  • Desktop-Experience
  • NET-Framework-45-Features
  • RPC-over-HTTP-proxy
  • RSAT-Clustering
  • RSAT-ADDS
  • Web-Mgmt-Console
  • WAS-Process-Model
  • Web-Asp-Net45
  • Web-Basic-Auth
  • Web-Client-Auth
  • Web-Digest-Auth
  • Web-Dir-Browsing
  • Web-Dyn-Compression
  • Web-Http-Errors
  • Web-Http-Logging
  • Web-Http-Redirect
  • Web-Http-Tracing
  • Web-ISAPI-Ext
  • Web-ISAPI-Filter
  • Web-Lgcy-Mgmt-Console
  • Web-Metabase
  • Web-Mgmt-Console
  • Web-Mgmt-Service
  • Web-Net-Ext45
  • Web-Request-Monitor
  • Web-Server
  • Web-Stat-Compression
  • Web-Static-Content
  • Web-Windows-Auth
  • Web-WMI
  • Windows-Identity-Foundation
  • Server-Media-Foundation
  • Web-Net-Ext, NET-HTTP-Activation

Je nach Stand der Serverinstallation und Einsatzzweck ist es möglich, dass bereits einige dieser Rollen und Features installiert sind. Auf jeden Fall ist nun ein Neustart des Servers obligatorisch. Danach kann die Installation von Microsoft Exchange 10 SP3 auf Windows Server 2012 ohne Fehlermeldung durchlaufen. Nach erneutem Restart gibt es zwei neue Kacheln auf der Benutzeroberfläche von Windows Server 2012: eine für die Exchange Server 2010 Management Konsole und eine für die Exchange Server 2010 Management Shell.

Ein Klick auf die Konsolenkachel und der Exchange Server zeigt sich in gewohnter Form und kann konfiguriert werden. Viel Spaß …

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